
Einen schönen guten Sonntag!
Heute möchte ich Ihnen einfach ein paar humorvolle Geschichten zukommen lassen, die Sie nicht nur in der Faschings-/Karnevalszeit zum Lachen bringen können:
Der Palast
Ein sehr armer Mann kam zum Rabbiner: »Es ist schrecklich, Rebbe, ich bin unglücklich wie Hiob. Ich, mein Weib, meine vier Kinder und meine Schwiegermutter leben in einem Zimmer.«
Fragte der Rabbi: »Hast du Hühner?« »Ja, vier«
»Nimm sie herein ins Zimmer.«
Der Mann wagte nicht zu widersprechen.
Nach einer Woche kam er zum Rabbi und sagte: »Es ist noch schrecklicher. Die Hühner machen alles dreckig. Eins hat gepickt den Säugling, mein Weib hat sie gejagt über die Betten.«
Der Rabbi fragte: »Hast du ein Kalb?«
Und als der Mann ängstlich nickte, sagte er: »Nimm das Kalb herein ins Zimmer.«
Nach vier Tagen kam der Mann gerannt: »Rebbe, ich kann‘s nicht aushalten. Das Kalb brüllt und trampelt auf den Kindern herum, die Hühner fliegen durchs Zimmer und legen Eier ins Bett.«
Der Rabbi dachte lange nach, dann fragte er: »Hast du ein Pferd?«
»Ja, ich hab ein kleines — aber Ihr werdet doch nicht wirklich wollen,
dass …«
»Nimm herein den Gaul sofort«, verlangte der Rabbi.
Schon am folgenden Morgen kam der Mann schreiend angelaufen:
»Das ist zuviel! Keine Minute länger will ich aushalten
diese Hölle. Wir werden alle völlig meschugge.«
»Nun«, sagte der Rabbi, »wenn du es kannst wirklich nicht aushalten länger, dann nimm heraus die Hühner, heraus das Kalb, heraus den Gaul.«
Der Mann rannte heim. Schon nach einer Stunde kam er wieder und lachte und klatschte in die Hände und schlug sich die Schenkel:
»Rebbe, ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt.
Uns ist, als säßen wir in einem Palast!«
Der Mond ist nützlicher als die Sonne
Eines Tages betrat Nasrudin ein Teehaus und verkündete:
“Der Mond ist nützlicher als die Sonne.”
Man fragte ihn, warum.
“Weil wir in der Nacht das Licht nötiger brauchen.”
Der Mullah und das Lügen
Ein Mann kam zum Mullah und bat ihn: “Kann ich deinen Esel haben?”
“Sonst sehr gerne, aber heute ist mein Esel nicht da” sagte der Mullah.
In diesem Augenblick schreit der Esel: “Iaaah”.
“Wie kommt es dann, dass ich Deinen Esel schreien höre, Mullah? Sagst Du mir denn die Wahrheit? Dein Esel ist doch zu Hause!”
“Glaubst du mir oder dem Esel?”, fragte der Mullah.
Geldstücke
An Markttagen stand Nasrudin häufig auf der Gasse und machte sich zum Narren: So oft ihm Leute ein großes und ein kleines Geldstück anboten, nahm er jedes Mal das kleinere. Eines Tages sagte ein wohlmeinender Mann zu ihm: “Nasrudin, du solltest die größere Münze nehmen. Dann wirst du mehr Geld besitzen, und die Leute haben nicht länger Gelegenheit, sich über dich lustig zu machen.” “Das mag stimmen”, sagte Nasrudin, “aber wenn ich stets die größere nehme, werden die Leute aufhören, mir Geld zu geben. Denn sie tun es ja nur, um zu beweisen, dass ich verrückter bin als sie. Und dann würde ich überhaupt kein Geld mehr haben.”
Entensuppe
Ein Verwandter vom Lande besuchte Nasrudin,
und brachte ihm eine Ente mit.
Nasrudin war dankbar,
ließ den Vogel braten und teilte ihn mit dem Gast.
Wenige Tage später kam ein anderer Besucher.
Ich bin, sagte er, ein Freund des Mannes,
der dir die Ente brachte.
Nasrudin speiste auch mit ihm.
Dies wiederholte sich mehrere Male.
Nasrudins Haus war wie ein Restaurant geworden
für auswärtige Gäste.
Jeder war ein Freund um irgendwelche Ecken
des ursprünglichen Überbringers der Ente.
Schließlich hatte Nasrudin die Nase voll.
Eines Tages klopfte es an der Tür und ein Fremder erschien.
Ich bin ein Freund, sagte er, des Freundes des Freundes
von dem Mann, der dir die Ente vom Land geschenkt hat.
Komm rein, sagte Nasrudin.
Sie setzten sich an den Tisch und Nasrudin bat seine Frau,
die Suppe zu bringen.
Als der Gast sie probierte,
kam sie ihm vor wie warmes Wasser.
Was soll das für eine Suppe sein? fragte der Gast den Mulla.
Diese Suppe, sagte Nasrudin,
ist die Suppe von der Suppe der Suppe der Suppe,
von der Ente.
*Genießen Sie einfach diese Geschichten, lesen Sie sie immer wieder in der, besonders wenn Sie sich nach Humor sehnen.
Schauen Sie noch, was der Dichter über den Humor sagt:
Sprichwort:
“Humor ist der Schwimmgürtel
auf dem Strom des Lebens.”
Wilhelm Raabe
So wünsche ich Ihnen für die kommende Woche,
ausgelassene Fröhlichkeit!
Mit herzlichen Grüßen
von Monika Zehentmeier
Das Sonntags-Märchen:
Liebe Kinder,
diesmal habe ich euch einen märchenhaften Schwank mitgebracht, in dem es sehr fröhlich und Ideenreich zugeht. Dazu begeben wir uns in die schöne Stadt Venedig, die ins Wasser hineingebaut ist und in der es sehr prächtige Paläste und Plätze gibt.
In einem der alten Häuser, da lebten einmal . . .
Also hört nun die Geschichte:
Im zauberhaften Venedig stand ein altes Haus, und dort lebten drei Frauen. Sei waren nicht mehr die jüngsten, die eine war 67, die zweite 75 und die dritte war gerade 94 Jahre alt geworden. Das Haus hatte einen großen Balkon, und auf dem saßen die drei Tag für Tag und blickten auf die Menschen, die dort entlanggingen. Einmal aber entdeckte die 94-jährige einen Jüngling, so wunderschön, dass ihr das Blut zu Herzen schoss. Er war aber nicht nur wunderschön, er war auch in Samt und Seide gekleidet, denn es war der Sohn des Dogen von Venedig. (Der Doge ist ein mächtiges Oberhaupt einer Provinz.)
„Was für ein wunderschöner Jüngling!“ seufzte also die 94-jährige, und schon träufelte sie ein gar liebliches Parfüm auf ein Seidentüchlein und warf es vom Balkon hinab, gerade als der wunderschöne Jüngling vorüber schritt.
Kaum hatte der Jüngling das Tüchlein in die Hand genommen, verbreitete sich ein so lieblicher betörender Duft, dass er sich sagte: „Wenn schon das Tüchlein so lieblich duftet, wie schön muss da erst das Mädchen sein!“
Und anstatt seinen Weg fortzusetzen, klopfte er an die Tür des alten Hauses, wo die drei Alten wohnten.
„Wohnt hier die Schöne, der das Tüchlein gehört?“ fragte der Sohn des Dogen.
„Das versteht sich, dass hier die Schöne wohnt!“ lachte die siebenundsechzigjährige, die die Tür einen Spalt geöffnet hatte.
„Erlaube“, sprach da der Sohn des Dogen, „dass ich ihr meine Aufwartung mache und ihr in das schöne Antlitz schaue!“
Die Alte war ein listiger Kopf, also sprach sie:
„Das geht nicht! Unsere Schöne darf vor ihrer Hochzeit ihr Antlitz nicht zeigen!“
„Oh!“ rief der Sohn des Dogen, dessen Herz schon heiß entflammt war. „Dann will ich sie zur Frau nehmen!“
„Wenn es so ist“, meinte die Alte wieder, „so komm morgen um dieselbe Zeit wieder, dann werden wir weitersehen.“
Dann warf sie ihm die Tür vor der Nase zu.
Der Jüngling eilte nach Hause, um den Eltern von seinem großen Glück zu erzählen. Aber sein Vater, der Doge von Venedig war und die ganze Stadt wie seine Hosentasche kannte, schüttelte verwundert den Kopf:
„Ich weiß nicht, ich weiß nicht, mein Sohn. In jenem Haus wohnen nur drei alte Weiber. Eine von ihnen muss ja mit dir gesprochen haben.“
Die Mutter, die zwar die Stadt Venedig nicht so gut kannte wie ihr Gemahl, aber dafür die Vorzüge und Schwächen der Welt, meint:
„Du bist ja bis über beide Ohren verliebt, mein Sohn. Darum sei auf der Hut und kaufe den Hasen nicht im Sack, sonst könnte es dir schlecht ergehen.“
Der Sohn des Dogen nahm sich die Worte der Eltern zu Herzen, als er sich am anderen Tag auf den Weg machte. Sie 67-jährige begrüßte ihn ehrerbietig, aber der Jüngling sprach:
„Wenn ich vor der Hochzeit nicht das Antlitz meiner Schönen schauen darf, dann soll sie mir ihre Hand zeigen.“
„Wie du wünschest“, erwiderte die Alte und verbeugte sich dabei artig. „So komm morgen um dieselbe Zeit wieder.“
Im Garten hatten die drei Weiber nämlich eine Alabasterstatue der Liebesgöttin Venus. Ihr brachen sie einfach die Hand ab, und als am nächsten Tag der Sohn des Dogen an das Tor klopfte, wurde die Balkontür einen Spaltbreit geöffnet, und durch die halbgeöffnete Tür steckten die anderen Schwestern die Alabasterhand der Venus heraus, dass der Sohn des Dogen glaubte, es wäre die Hand des schönen Mädchens.
„Ach, welch eine liebliche Hand!“ rief er gleich wie verzaubert aus, und weil beim Essen auch der Appetit kommt, bat er, auch noch den Fuß der Schönen schauen zu dürfen.
„Komm morgen um dieselbe Zeit wieder!“ hörte er eine Stimme.
Und schon brachen die drei Weiber der Venusstatue auch noch ein Bein ab und alles wiederholte sich dann wie beim ersten Mal.
„Ach, welch ein lieblicher Fuß!“ rief der Sohn des Dogen. „Sofort soll die Hochzeit ausgerichtet werden!“
Und so war es.
Und dann wurde die neunmal verschleierte Braut geholt, in die prächtige Gondel gesetzt und nach der Hochzeit in die Gemächer des Ehemannes getragen. Nun waren sie allein! Der Sohn des Dogen war schon ganz ungeduldig, die Schönheit seiner Braut zu schauen, lüftete einen Schleier nach dem anderen, bis er endlich in höchster Verzückung auch den letzten Schleier hob.
Er erstarrte vor Schreck, statt einer Schönheit erblickte er im Kerzenschein eine verhutzelte Alte – die 94-jährige!
„Du hast mich getäuscht!“ schrie er außer sich, fasste die Alte beim Rock und schleuderte sie durch das geöffnete Fenster hinaus.
Dann legte er sich nieder und schlief ein.
Unter dem Schlafzimmerfenster jenes Palastes wuchsen damals viele Maulbeerbäume – und als das Weiblein kopfüber aus dem Fenster flog, blieb es, nachdem es sich einige Male überschlagen hatte, an den Ästen hängen.
In dem Augenblick kamen drei Feen vorüber. Sie waren ausgelassen und fröhlich, weil sie gerade von einer Hochzeit kamen. Und als das Weiblein seine tollen Purzelbäume vollführte und dann wie ein Himmelsbote an den Ästen hängen blieb, da mussten sie schrecklich lachen. Die drei Feen hatten aber ein gutes Herz. So besannen sie sich nicht lange und sagten: „Wir haben uns köstlich amüsiert! Dafür sollten wir das Weiblein belohnen!“
Da sprach die erste: „Ich wünsche, dass es so jung ist wie ich!“
Da sprach die zweite: „Ich wünsche, dass es so schön ist wie ich!“
Da sprach die dritte: „Ich wünsche, dass es so lustig ist, wie wir es sind!“
Und wirklich, kaum hatten sie das gesagt, verwandelte sich das Weiblein in eine solche Schönheit, wie die Welt schon lange nicht mehr gesehen hatte.
Als sich der Sohn des Dogen am Morgen an die hässliche Braut erinnerte, eilte er gleich ans Fenster. Aber was sah er da! An den Ästen der Maulbeerbäume hing ein schönes und blutjunges Mädchen. Und wenn es lachte, war es, als ob Glöckchen klängen.
„Was habe ich nur getan!“ schluchzte der Jüngling und bedeckte sein Antlitz mit den Händen. „Sie ist ja schön wie der junge Tag – und ich habe sie aus dem Fenster geworfen!“
Dann aber schaute er sich aufmerksam im Zimmer um, nahm das Betttuch, drehte es zu einem Seil und ließ es langsam hinunter gleiten. Kaum hatte das Mädchen das Seil erfasst, zog es der Jüngling empor. Und als er die Schöne auf den Rosenmund geküsst hatte, bat er unter Tränen, ihm zu vergeben und alles zu vergessen.
Und das Mädchen verzieh ihm gern, das versteht sich, hatte es doch durch den Fenstersturz Jugend und Schönheit erhalten. Und während es den Kopf neigte, lächelte es so liebreizend, dass seine Schönheit noch mehr erblühte.
Am nächsten Morgen kamen die beiden Schwestern, die siebenundsechzigjährige und die fünfundsiebzigjährige, in den Palast, um die Schwester zu besuchen. Und als sie das Wunder erblickten, da blieb ihnen vor Staunen der Mund offen stehen. Dann aber besannen sie sich, nahmen die Schöne beiseite und fragten:
„Sapperlot, Schwester, wie hast du denn das nur angestellt?“
Natürlich wollte die Schöne die Wahrheit nicht eingestehen, die jüngeren Schwestern würden es ohnehin nicht glauben, und so sprach sie:
„Ich habe mich beim Tischler zurechthobeln lassen!“
„Was?“ riefen die beiden wie aus einem Munde und machten sich ohne Zögern auf den Weg zum Tischler.
Der Tischler war sehr erstaunt, als er den seltsamen Wunsch der beiden Weiblein hörte. Aber er konnte reden wie er wollte, sie ließen sich nicht abweisen.
Da nahm der Tischler kurzerhand den Hobel und fuhr ihnen so über den Rücken, dass die beiden meinten, er wolle sie klitzeklein hobeln. Da scherten sie sich weder um Schönheit noch um Jugend und liefen davon, was die Beine hergaben.
Und die Schöne?
Nun, die war restlos glücklich, und weil sie auch klug war und schweigen konnte, so endete noch alles gut. So wenigstens erzählt es das Märchen.
Die drei alten Weiber von Venedig. Schwank aus Italien
Für heute und die verbleibenden Faschings/Karnevalstage wünsche ich euch Fröhlichkeit.
Herzliche Grüße von
Monika vom Märchen- und Lichtberg
http://www.gluecklich-wie-im-maerchen.de/
http://www.erfuelltes-leben.de/
http://www.maerchen-therapie.de/
Posted: Februar 19th, 2012 under Lehrgeschichten, Sonntags-Geschenk, Weisheitsgeschichten.
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